Studieninformation

Die Studie wird eine psychosoziale Situationsanalyse, Bedarfe und Erwartungen geflüchteter Frauen beispielhaft in fünf städtischen und ländlichen Regionen in verschiedenen Bundesländern durch eine repräsentative Befragung ergänzt durch qualitative Erhebungen zur Verfügung stellen. Diese Daten werden eine umfassende und zuverlässige Darstellung von frauenspezifischen Versorgungsbedarfen ermöglichen. Aus der Perspektive der betroffenen geflüchteten Frauen selbst sollen zudem Verbesserungsvorschläge der psychosozialen Versorgung aufgezeigt und diskutiert werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse geben den Bundesländern einen ersten detaillierten Einblick in die psychosoziale Gesamtsituation der geflüchteten Frauen, aus denen sich Handlungsempfehlungen ableiten lassen. Von den gesammelten Erfahrungen können auch andere nicht an der Studie beteiligte Bundesländer profitieren.

Vorgehensweise

Im Rahmen der Studie werden in den ausgewählten Bundesländern Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern geflüchtete Frauen aus Herkunftsländer mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit (Syrien, Irak, Iran, Afghanistan, Somalia und Eritrea) befragt (Modul 1).Im Modul 1 sollen die Erfahrungen vor, während und nach der Flucht und die aktuellen Belastungen von geflüchteten Frauen erfasst werden. Es handelt sich hier um individuelle Einzelbefragungen, die bei Bedarf unter Hinzuziehung einer qualifizierten Dolmetscherin Dolmetscherin erfolgen wird. In diesen Einzelbefragungen sollen neben den soziobiografischen Daten auch erfasst werden, welche Fluchtwege die Zielgruppe hatte, wie ihre Fluchtsituation war und welche Fluchtgründe vorlagen. Es wird zudem eruiert, in welchen psychosozialen Situationen sich die Zielgruppe der geflüchteten Frauen zum Zeitpunkt der Befragung befindet. Zusätzlich sollen auch die Belastungen und der Grad der Traumatisierung der geflüchteten Frauen durch die Erlebnisse vor, während und nach der Flucht und das Ausmaß ihrer gegenwärtigen Angst, Depression und somatischen Beschwerden erfasst werden. Des Weiteren soll die gegenwärtige Lebensqualität berücksichtigt werden. Fokusgruppen mit geflüchteten Frauen aus den genannten Herkunftsregionen (Modul 2) sollen die Daten qualitativ anreichern. Besonders die Fluchtwege, die Fluchtsituation, Fluchtgründe und die aktuelle Situation sowie die Bedarfe werden in den Fokusgruppen thematisiert. Durch die Auswahl der Studienorte Berlin, Frankfurt, Mainz, Nürnberg und Rostock, in denen diese Studie durchgeführt werden soll, werden zudem regionale Einflussfaktoren (aktuelle Unterbringungssituation) miterfasst.

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